Infrarotsauna im Winter: Wärme, Wohlbefinden und realistische Erwartungen
Im Winter ist die Infrarotsauna besonders beliebt. Was sie gegen Kälte und Wintermüdigkeit tun kann, was sie nicht kann – etwa Vitamin D ersetzen – und was Sie bei Strom und Aufstellung beachten sollten.

Wenn es draußen kalt und dunkel ist, ist eine halbe Stunde in der Wärme besonders verlockend. Die Infrarotsauna kann im Winter ein schönes Ritual sein. Einige Versprechen, die man im Netz liest, halten aber nicht: Sie ersetzt weder Sonnenlicht noch Vitamin D. Dieser Artikel ordnet ein, was realistisch ist.
Kurz gesagt:
- Die Sauna wärmt, entspannt und wird von vielen als Stimmungsaufheller empfunden
- Sie bildet kein Vitamin D – dafür braucht die Haut UVB-Strahlung
- Gegen Winterdepression ist helles Licht untersucht, nicht Infrarotwärme
- Ob Saunieren Erkältungen vorbeugt, ist nur schwach untersucht
Was die Infrarotsauna im Winter kann
- Aufwärmen: Nach einem Spaziergang in der Kälte ist die Wärme besonders angenehm
- Entspannung: Viele empfinden die ruhige Zeit in der Kabine als Ausgleich zu Stress
- Schlaf: Manche Menschen schlafen nach einer abendlichen Sitzung besser. Gut untersucht ist das für Infrarotkabinen nicht
- Ritual: Ein fester Termin in der Woche kann helfen, gut durch die dunkle Jahreszeit zu kommen
Was sie nicht kann
Vitamin D ersetzen: Die Haut bildet Vitamin D nur unter UV-B-Strahlung. In Deutschland ist die UV-B-Strahlung im Winter so schwach, dass die körpereigene Vitamin-D-Bildung zum Erliegen kommt (BfS). Infrarotstrahler geben keine UV-Strahlung ab und ändern daran nichts. Ein ärztlich festgestellter Mangel gehört in ärztliche Behandlung.
Winterdepression behandeln: Farbiges Licht in der Kabine ist keine Lichttherapie; ein Hersteller schreibt selbst, seine Farb-LEDs dienten nur der Akzentbeleuchtung. Wer über Wochen niedergeschlagen ist, sollte ärztliche Hilfe suchen.
Erkältungen sicher verhindern: Eine kleine Studie zur klassischen Sauna (Ernst u. a., 1990) fand bei regelmäßigen Saunagängern weniger Erkältungen. Für Infrarotkabinen gibt es keine Daten. Mehr dazu im Artikel Infrarotsauna bei Erkältung.
Heizkosten sparen: Eine Sitzung von 30 Minuten kostet bei typischen 1,4 bis 2 kW und 37 Cent pro kWh höchstens etwa 26 bis 37 Cent Strom. Die Wohnung müssen Sie trotzdem heizen. Details im Artikel Stromkosten der Infrarotsauna.
Praktische Tipps für den Winter
- Aufstellort: In ungeheizten Räumen wie Keller oder Garage dauert das Aufheizen länger, und Kondenswasser kann entstehen. Lüften Sie nach der Nutzung gut. Ob Ihre Kabine in einem kalten Raum stehen darf, steht in der Anleitung; eine Anleitung, die wir gelesen haben, erlaubt nur trockene Innenräume. Für Kabinen im Freien siehe Balkon und Terrasse und Garten oder Gartenhaus
- Nicht direkt aus der Kälte: Erst kurz akklimatisieren, dann in die Kabine
- Trinken: Heizungsluft trocknet aus, nach der Sauna erst recht
- Mit Infekt pausieren: Bei Fieber oder Krankheitsgefühl keine Sauna
Wann Sie vorsichtig sein sollten
Wärmeanwendungen belasten den Kreislauf. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel instabile Angina pectoris, kürzlicher Herzinfarkt, schwere Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen
- Sehr niedriger oder schlecht eingestellter Blutdruck
- Schwangerschaft
- Fieber, akute Infekte oder akute Entzündungen
- Medikamente, die Kreislauf, Blutdruck oder Schwitzen beeinflussen
- Implantate aus Metall im Strahlungsbereich oder empfindliche, schlecht durchblutete Haut (z. B. bei Diabetes mit Nervenschäden)
Trinken Sie vor und nach der Sitzung ausreichend, verzichten Sie auf Alkohol und brechen Sie bei Schwindel, Übelkeit oder Herzklopfen sofort ab.
Fazit
Die Infrarotsauna ist im Winter ein angenehmes Ritual zum Aufwärmen und Entspannen. Sie ersetzt aber kein Sonnenlicht, keine Vitamin-D-Kontrolle und keine Behandlung bei Winterdepression. Wer sie als Wohlfühl-Zeit versteht, wird nicht enttäuscht.
Quellen
- Bundesamt für Strahlenschutz: Bildung des körpereigenen Vitamin D, Stand 04.08.2026. bfs.de
- Ernst E u. a.: Regular sauna bathing and the incidence of common colds. Ann Med 1990; 22(4): 225–227. doi:10.3109/07853899009148930
- Strompreis: BDEW, Strompreisanalyse Herbst 2026; Leistung: EnBW
- Artsauna: Göteborg 90 (Hinweis zur LED-Beleuchtung)
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Ersetzt die Infrarotsauna Sonnenlicht oder Vitamin D?
Nein. Vitamin D bildet die Haut nur unter UVB-Strahlung. Infrarotstrahler geben keine UV-Strahlung ab und haben deshalb keinen Einfluss auf die Vitamin-D-Bildung. Bei Verdacht auf einen Mangel hilft ein Bluttest beim Hausarzt.
Hilft die Infrarotsauna gegen Winterdepression?
Für eine Behandlung der saisonal abhängigen Depression ist Lichttherapie mit hellem, weißem Licht untersucht, nicht Infrarotwärme oder farbiges Licht in der Kabine. Die Sauna kann entspannen und sich gut anfühlen. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Beugt die Infrarotsauna im Winter Erkältungen vor?
Belastbar belegt ist das nicht. Eine kleine Studie zur klassischen Sauna aus dem Jahr 1990 fand weniger Erkältungen bei regelmäßigen Saunagängern, für Infrarotkabinen gibt es keine Daten. Mit Fieber oder Krankheitsgefühl sollten Sie nicht in die Sauna.
Wie oft sollte ich im Winter in die Infrarotsauna?
So oft, wie es Ihnen guttut. Viele nutzen sie zwei- bis viermal pro Woche für 20 bis 30 Minuten. Feste medizinische Empfehlungen gibt es nicht.
Spart die Infrarotsauna im Winter Heizkosten?
Nicht wirklich. Eine Sitzung kostet je nach Kabine etwa 20 bis 45 Cent Strom, die Wohnung bleibt aber trotzdem beheizt. Die Sauna ist ein Wellness-Gerät, keine Heizung.
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