Sauna und Infrarotsauna bei Erkältung: Wann sie guttut und wann nicht
Darf man mit Schnupfen in die Infrarotsauna? Was über Sauna und Erkältungen bekannt ist, wann Sie pausieren sollten und warum Fieber ein klares Stoppzeichen ist.
Inhaltsverzeichnis · 9 Abschnitte
- 01 Wann Sie nicht in die Sauna sollten
- 02 Leichter Schnupfen: Was eine Sitzung bringen kann
- 03 Mit Husten oder Bronchitis in die Sauna?
- 04 Finnische Sauna oder Infrarotkabine bei Erkältung?
- 05 Kann regelmäßiges Saunieren vorbeugen?
- 06 Nach der Erkältung wieder einsteigen
- 07 Wann Sie vorsichtig sein sollten
- 08 Fazit
- 09 Quellen

Wenn die Nase läuft, liegt der Gedanke nahe, sich die Erkältung „auszuschwitzen“. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, wie krank Sie sind. Dieser Artikel zeigt, wann eine Sauna oder Infrarotkabine bei Erkältung guttun kann, wann Sie besser pausieren und was über Sauna und Vorbeugung bekannt ist. Die Regeln gelten für die finnische Sauna genauso wie für die Infrarotkabine zuhause.
Kurz gesagt:
- Fieber, Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl: keine Sauna
- Leichter Schnupfen ohne Fieber: eine kurze, milde Sitzung kann sich angenehm anfühlen
- Eine Erkältung „ausschwitzen“ funktioniert nicht – die Dauer wird nicht kürzer
- Zur Vorbeugung gibt es nur schwache Hinweise aus einer kleinen Studie zur klassischen Sauna
Wann Sie nicht in die Sauna sollten
Bei einem richtigen Infekt arbeitet der Körper bereits auf Hochtouren. Wärme belastet den Kreislauf zusätzlich. Lassen Sie die Sauna aus bei:
- Fieber oder erhöhter Temperatur
- Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost
- Husten mit Atemnot oder Druck auf der Brust
- Magen-Darm-Infekten (Flüssigkeitsverlust)
Wer mit Infekt die Kreislaufbelastung nicht ernst nimmt, riskiert Schwindel oder Kreislaufprobleme. Bei Infekten mit Fieber wird außerdem empfohlen, sich nicht körperlich zu belasten.
Leichter Schnupfen: Was eine Sitzung bringen kann
Bei einem leichten Schnupfen ohne Fieber empfinden manche Menschen Wärme als wohltuend: Die Nase fühlt sich freier an, die Muskeln entspannen. Das ist ein Gefühl, keine Behandlung. Eine Cochrane-Übersicht zu warmer, feuchter Atemluft bei Erkältung (6 Studien, 387 Teilnehmende) fand weder einen belegten Nutzen noch einen Schaden (Singh u. a. 2017); untersucht wurde dort allerdings ein Inhalationsgerät, keine Sauna.
Wenn Sie es probieren:
- Kurz bleiben, 10 bis 15 Minuten
- Niedrige Temperatur
- Viel trinken
- Sofort abbrechen, wenn Sie sich schlechter fühlen
Mit Husten oder Bronchitis in die Sauna?
Eine akute Bronchitis entsteht meist durch Erkältungsviren und kommt oft zusammen mit oder nach einer Erkältung. Der Husten kann dabei mehrere Wochen anhalten (IQWiG). Studien zur Sauna bei Bronchitis gibt es nicht. Es gelten deshalb die gleichen Regeln wie bei der Erkältung:
- Mit Fieber, Atemnot oder pfeifendem Atem: keine Sauna, sondern Ruhe und bei Bedarf ärztlicher Rat
- Nur noch Husten, sonst wieder fit: kurze, milde Sitzungen sind möglich, wenn sie sich gut anfühlen
- Husten länger als acht Wochen: ärztlich abklären lassen (IQWiG)
Wer eine chronische Erkrankung von Herz oder Lunge hat, etwa Asthma oder COPD, fragt vor der Sauna ärztlich nach.
Finnische Sauna oder Infrarotkabine bei Erkältung?
Belegt hilfreich ist bei einer Erkältung keine der beiden. Unterschiede gibt es bei der Belastung: In der finnischen Sauna hat die Luft laut EnBW etwa 80 bis 90 °C, in der Infrarotkabine meist 35 bis 50 °C. In einer Studie mit Sportlern lag der Puls nach der Infrarotsauna niedriger als nach der finnischen Sauna (Mero u. a. 2015). Wer bei leichtem Schnupfen überhaupt saunieren möchte, wählt also eher die mildere Infrarotkabine und verzichtet auf Aufgüsse und kalte Güsse. Mehr zu den Unterschieden im Vergleich Infrarotsauna oder finnische Sauna?
Kann regelmäßiges Saunieren vorbeugen?
Die häufig zitierte Studie stammt von Ernst und Kollegen aus Wien (Annals of Medicine, 1990). 50 Personen wurden ein halbes Jahr beobachtet, 25 gingen regelmäßig in die Sauna. In dieser Gruppe traten weniger Erkältungen auf, vor allem in den letzten drei Monaten; Dauer und Schwere der Erkältungen unterschieden sich nicht. Die Studie war klein, untersuchte die klassische finnische Sauna und wurde nicht durch größere Studien bestätigt. Für Infrarotkabinen gibt es dazu keine Daten.
Was vor Ansteckung schützt, ist unspektakulär: Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Abstandhalten (IQWiG). Gegen Grippe gibt es außerdem eine Impfung.
Nach der Erkältung wieder einsteigen
- Erst wenn Sie fieberfrei sind und sich wieder fit fühlen
- Mit kürzeren Sitzungen und niedrigerer Temperatur beginnen
- Über ein paar Sitzungen langsam steigern
Wann Sie vorsichtig sein sollten
Wärmeanwendungen belasten den Kreislauf. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel instabile Angina pectoris, kürzlicher Herzinfarkt, schwere Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen
- Sehr niedriger oder schlecht eingestellter Blutdruck
- Schwangerschaft
- Fieber, akute Infekte oder akute Entzündungen
- Medikamente, die Kreislauf, Blutdruck oder Schwitzen beeinflussen
- Implantate aus Metall im Strahlungsbereich oder empfindliche, schlecht durchblutete Haut (z. B. bei Diabetes mit Nervenschäden)
Trinken Sie vor und nach der Sitzung ausreichend, verzichten Sie auf Alkohol und brechen Sie bei Schwindel, Übelkeit oder Herzklopfen sofort ab.
Fazit
Mit Fieber oder Krankheitsgefühl gehört niemand in die Sauna. Bei leichtem Schnupfen kann eine kurze, milde Sitzung angenehm sein, verkürzt die Erkältung aber nicht. Ob regelmäßiges Saunieren vorbeugt, ist nur schwach untersucht – und für Infrarotkabinen gar nicht.
Wie Sie die Kabine allgemein sicher nutzen, steht im Artikel Infrarotsauna richtig nutzen. Was Infrarotwärme kann und was nicht, fasst der Artikel zur Wirkung der Infrarotkabine zusammen.
Quellen
- Ernst E, Pecho E, Wirz P, Saradeth T: Regular sauna bathing and the incidence of common colds. Ann Med 1990; 22(4): 225–227. doi:10.3109/07853899009148930
- Singh M u. a.: Heated, humidified air for the common cold. Cochrane Database Syst Rev 2017; CD001728. PubMed 28849871
- IQWiG: Erkältung, aktualisiert am 31.10.2023. gesundheitsinformation.de
- IQWiG: Akute Bronchitis. gesundheitsinformation.de
- Mero A u. a.: Effects of far-infrared sauna bathing on recovery from strength and endurance training sessions in men. SpringerPlus 2015; 4: 321. doi:10.1186/s40064-015-1093-5
- EnBW: Sauna für zuhause (Lufttemperaturen)
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Darf ich mit Erkältung in die Infrarotsauna?
Bei Fieber, Gliederschmerzen oder starkem Krankheitsgefühl nein – dann braucht der Körper Ruhe, und Wärme belastet den Kreislauf zusätzlich. Bei einem leichten Schnupfen ohne Fieber empfinden manche Menschen eine kurze, milde Sitzung als angenehm. Eine heilende Wirkung ist nicht belegt.
Hilft die Infrarotsauna gegen Schnupfen?
Wärme und warme Luft können sich bei verstopfter Nase angenehm anfühlen. Eine Studie fand aber keinen Effekt von heißer Saunaluft auf den Verlauf einer Erkältung. Die Erkältung dauert so lange, wie sie dauert.
Beugt regelmäßiges Saunieren Erkältungen vor?
Möglicherweise etwas. Eine kleine österreichische Studie aus dem Jahr 1990 mit 50 Teilnehmenden fand bei regelmäßigen Saunagängern weniger Erkältungen. Sie untersuchte die klassische Sauna, nicht Infrarotkabinen, und wurde nicht in größeren Studien bestätigt.
Wann darf ich nach einer Erkältung wieder in die Sauna?
Wenn Sie wieder fieberfrei sind und sich fit fühlen. Beginnen Sie mit einer kürzeren Sitzung bei niedrigerer Temperatur und steigern Sie langsam.
Darf ich mit Husten oder Bronchitis in die Sauna?
Mit Fieber, Atemnot oder pfeifendem Atem nicht. Studien zur Sauna bei akuter Bronchitis gibt es nicht. Der Husten nach einer Erkältung kann laut IQWiG mehrere Wochen dauern; wer sich sonst wieder fit fühlt, kann vorsichtig mit kurzen, milden Sitzungen beginnen. Hält der Husten länger als acht Wochen an, gehört er ärztlich abgeklärt.
Was ist bei Erkältung besser: finnische Sauna oder Infrarotkabine?
Für eine Erkältung ist keine der beiden belegt hilfreich. Die Infrarotkabine belastet den Kreislauf in einer Studie weniger als die finnische Sauna, die Luft ist kühler und ein Aufguss fällt weg. Wer bei leichtem Schnupfen überhaupt saunieren will, wählt deshalb eher die mildere Variante.
Kann ich in der Sauna andere anstecken?
Ja, in einer gemeinsam genutzten Kabine schon. Wer erkältet ist, sollte die Sauna nicht mit anderen teilen und die Kabine danach lüften und abwischen.
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