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Anwendung & Pflege

Infrarotkabine richtig nutzen: Temperatur, Dauer, Häufigkeit und Sicherheit

Infrarotsauna Ratgeber 7 Min. Lesezeit

Wie warm, wie lange und wie oft? Was Herstelleranleitungen und das Bundesamt für Strahlenschutz zur Nutzung einer Infrarotkabine sagen, wie Sie sich herantasten und wann Sie besser verzichten.

Frau im weißen Bademantel sitzt entspannt mit geschlossenen Augen in einer Infrarotkabine mit halb geöffneter Glastür

Kurz gesagt: Die Herstelleranleitungen, die wir gelesen haben, nennen 35 bis 60 °C Kabinentemperatur und 15 bis 30 Minuten pro Sitzung; eine rät, nicht länger als 40 Minuten am Stück zu bleiben. Trinken Sie vor, während und nach der Sitzung, lassen Sie sich danach erst abkühlen und duschen Sie warm. Nicht in die Kabine nach Alkohol oder Medikamenten, die das Wärmeempfinden dämpfen; mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorher ärztlich abklären.

Grundlage sind drei Herstelleranleitungen und die Hinweise des Bundesamts für Strahlenschutz (Quellen am Ende). Die Anleitung Ihrer Kabine geht vor.

Temperatur

QuelleAngabe
Anleitung Hersteller DKabinentemperatur 35 bis 60 °C
Anleitung Hersteller Ceinstellbar 30 bis 60 °C, komfortabel 40 bis 50 °C
Datenblätter in unserer Stichprobeeinstellbar bis 65 °C

Wie warm wird eine Infrarotkabine? In unserer Stichprobe ließ sich keine Kabine über 65 °C einstellen. Die 80 bis 90 °C einer finnischen Sauna sind also nicht vorgesehen. Infrarotkabinen wärmen vor allem über Strahlung, die in der Haut aufgenommen wird (BfS), nicht über heiße Luft.

So tasten Sie sich heran: Beginnen Sie am unteren Ende, etwa bei 40 °C, und steigern Sie in den nächsten Sitzungen nach Gefühl. Höher ist nicht besser. Wie warm sich die Kabine anfühlt, hängt auch von den Strahlern ab, siehe Vollspektrum-Infrarotsauna.

Dauer

  • Eine Anleitung nennt 15 bis 30 Minuten als optimale Nutzungsdauer.
  • Eine andere empfiehlt, die Kabine nicht länger als 40 Minuten am Stück zu nutzen, und schreibt, dass das Schwitzen nach etwa 8 bis 15 Minuten beginnt.
  • Vorheizen zählt nicht zur Sitzung. Wie lange die Kabine vorheizen muss, steht in der Anleitung.

Fangen Sie mit kürzeren Sitzungen an. Stellen Sie den Timer, damit Sie nicht einschlafen; im Liegen passiert das leichter, siehe Infrarotkabine zum Liegen.

Häufigkeit

Eine feste Regel aus Studien gibt es für Infrarotkabinen nicht. Die großen Saunastudien aus Finnland betreffen die klassische Sauna und zeigen Zusammenhänge, keine Dosierung (mehr dazu im Artikel zur Wirkung der Infrarotkabine).

Wie oft pro Woche? Die bekannte finnische Beobachtungsstudie verglich Männer mit einem, zwei bis drei und vier bis sieben Saunagängen pro Woche: Häufigeres Saunieren ging mit weniger Herz-Kreislauf-Todesfällen einher (Laukkanen u. a. 2015). Eine Empfehlung für Infrarotkabinen lässt sich daraus nicht ableiten. Hören Sie auf Ihren Körper: Wer sich danach müde oder schlapp fühlt, macht längere Pausen.

Zwei Warnzeichen nennt das BfS:

  • Anhaltende Hautrötungen: Dann keine weiteren Infrarotbestrahlungen und ärztlichen Rat einholen.
  • Hitzemelanose: Eine rötlich-bräunliche, netzartige Hautverfärbung, die in Einzelfällen bei regelmäßigem, langem Gebrauch von Wärmequellen wie Heizdecken oder Infrarotlampen berichtet wurde. Sie ist vor allem ein kosmetisches Problem, macht die Haut aber möglicherweise anfälliger und sollte vermieden werden.

Morgens oder abends?

Studien zur Tageszeit gibt es für Infrarotkabinen nicht. Für warme Duschen und Bäder fasst eine Übersichtsarbeit 17 Studien zusammen: Wasser von 40 bis 42,5 °C etwa 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen verkürzte die Zeit bis zum Einschlafen, schon nach 10 Minuten (Haghayegh u. a. 2019). Als Erklärung gilt, dass der Körper danach Wärme abgibt und die Kerntemperatur sinkt. Ob das für die Infrarotkabine genauso gilt, ist nicht untersucht.

  • Abends: Lassen Sie 1 bis 2 Stunden bis zum Schlafengehen, damit Sie abkühlen können.
  • Morgens: Spricht nichts dagegen, wenn Sie danach Zeit zum Abkühlen haben und nicht gleich losmüssen.
  • Nie direkt nach dem Essen oder nach Alkohol, egal zu welcher Tageszeit (siehe unten).

Vorher

  1. Nicht direkt nach dem Essen: Eine Anleitung rät, eine Stunde vorher nichts mehr zu essen.
  2. Nicht direkt nach hartem Training oder harter Arbeit, rät dieselbe Anleitung. Mehr dazu unter Infrarotsauna nach dem Sport.
  3. Trinken.
  4. Duschen und abtrocknen: Wer vorher warm duscht, schwitzt laut einer Anleitung schneller. Steigen Sie komplett trocken ein, Wasser schadet dem Holz.

Während der Sitzung

  • Handtuch auf die Bank und unter die Füße; eine Anleitung empfiehlt 2 bis 3 Handtücher pro Sitzung. Was sonst an Zubehör sinnvoll ist, steht unter Infrarotkabine Zubehör.
  • Trinken: Eine Anleitung rät, auch während der Sitzung Wasser zu trinken.
  • Nicht in die Strahler schauen: IR-A-Strahlung erreicht laut BfS die Netzhaut.
  • Abbrechen bei Warnzeichen: Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen oder Unwohlsein heißt: raus, hinsetzen, trinken. Eine Anleitung schreibt, bei Unwohlsein sofort abzubrechen und ärztlichen Rat einzuholen.

Danach

  1. Langsam aufstehen, besonders nach dem Liegen.
  2. Abkühlen lassen: Eine Anleitung rät, nicht direkt zu duschen, sondern den Körper erst etwas abkühlen zu lassen, dann warm zu duschen und die Temperatur bei Bedarf langsam zu senken.
  3. Trinken.
  4. Kabine lüften und Handtücher herausnehmen. Mehr dazu unter Reinigen und pflegen.

Wann Sie besser verzichten oder vorher fragen

Nicht in die Kabine (BfS und Herstelleranleitungen):

  • unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten, die das Schmerz- oder Wärmeempfinden herabsetzen
  • wenn das Wärmeempfinden gestört ist, etwa in Narbengewebe; achten Sie dort besonders auf Rötungen

Vorher ärztlich abklären:

Kinder: Eine Anleitung erlaubt die Nutzung nur unter Aufsicht eines Erwachsenen, eine andere untersagt sie Kindern ganz. Halten Sie sich an die Anleitung Ihrer Kabine.

Für ältere Menschen gibt es eigene Hinweise im Artikel Infrarotsauna für Senioren.

Fazit

Die Kabine niedrig starten, kurz bleiben, trinken, bei Warnzeichen abbrechen, danach abkühlen und warm duschen. Die Herstelleranleitungen nennen 35 bis 60 °C und 15 bis 30 Minuten, höchstens 40 Minuten am Stück. Wer Alkohol getrunken hat oder Medikamente nimmt, die das Wärmeempfinden dämpfen, bleibt draußen; wer herzkrank ist, fragt vorher ärztlich nach.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Welche Temperatur ist richtig in der Infrarotkabine?

Die Herstellerangaben, die wir gelesen haben, nennen Kabinentemperaturen von etwa 35 bis 60 °C; einstellbar sind die Kabinen in unserer Stichprobe bis 60 oder 65 °C. Eine Anleitung nennt 40 bis 50 °C als komfortables Niveau. Beginnen Sie niedrig und steigern Sie nach Gefühl.

Wie lange sollte eine Sitzung dauern?

Eine Herstelleranleitung nennt 15 bis 30 Minuten als optimale Dauer, eine andere empfiehlt, die Kabine nicht länger als 40 Minuten am Stück zu nutzen. Beginnen Sie kürzer und brechen Sie bei Schwindel, Übelkeit oder Herzklopfen sofort ab.

Wie oft darf ich in die Infrarotkabine?

Eine feste Regel aus Studien gibt es nicht. Wer sich gut fühlt, kann die Kabine regelmäßig nutzen. Wenn Sie anhaltende Hautrötungen bemerken, sollten Sie laut Bundesamt für Strahlenschutz keine weiteren Infrarotbestrahlungen machen und ärztlichen Rat einholen.

Wie warm wird eine Infrarotkabine?

In unserer Datenblatt-Stichprobe ließen sich die Kabinen bis 60 oder 65 °C einstellen, die Anleitungen nennen 35 bis 60 °C als Nutzungsbereich. Werte von 80 °C und mehr wie in der finnischen Sauna sind bei Infrarotkabinen nicht vorgesehen.

Infrarotkabine morgens oder abends?

Für Infrarotkabinen gibt es dazu keine Studien. Für warme Duschen und Bäder zeigt eine Übersichtsarbeit, dass sie 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen das Einschlafen beschleunigen können. Wer abends saunt, lässt also Zeit bis zum Bett. Morgens spricht nichts dagegen, wenn Sie danach nicht gleich unter Zeitdruck losmüssen.

Darf ich während der Periode in die Infrarotkabine?

Ein Verbot gibt es nicht, Studien zur Sauna während der Periode aber auch nicht. Wärme kann Regelschmerzen lindern, das zeigt eine Übersichtsarbeit zu Wärmeanwendungen wie Wärmepflastern. Legen Sie ein Handtuch unter, trinken Sie ausreichend und verzichten Sie an Tagen mit sehr starker Blutung oder wenn Ihnen schwindlig ist. Bei ungewöhnlich starken Schmerzen oder Blutungen ärztlich abklären lassen.

Wann sollte ich nicht in die Infrarotkabine?

Nach Alkohol, Drogen oder Medikamenten, die das Schmerz- oder Wärmeempfinden dämpfen, sagen BfS und Herstelleranleitungen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Asthma, Nierenproblemen, in der Schwangerschaft oder mit Fieber vorher ärztlich abklären. Kinder nur unter Aufsicht, und nur wenn die Anleitung es erlaubt.

Soll ich nach der Infrarotkabine kalt duschen?

Eine Herstelleranleitung empfiehlt, den Körper erst etwas abkühlen zu lassen, dann warm zu duschen und die Temperatur bei Bedarf langsam zu senken. Eine andere empfiehlt eine warme Dusche und Entspannung nach der Anwendung.