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Kaufberatung

Infrarotsauna oder finnische Sauna? Der Vergleich für Zuhause 2026

Infrarotsauna Ratgeber 7 Min. Lesezeit

Infrarotkabine oder finnische Sauna für Zuhause? Temperatur, Kreislaufbelastung, Studienlage, Strom, Aufheizzeit und Platz im Vergleich, mit Quellen.

Finnische Sauna und kleinere Infrarotkabine nebeneinander in einem Wellnessbereich im Keller, dazwischen eine Dusche

Kurz gesagt: Die finnische Sauna heizt die Luft auf etwa 80 bis 90 Grad bei 10 bis 20 Prozent Luftfeuchte, braucht 20 bis 30 Minuten zum Aufheizen und einen Ofen mit 6 bis 9 kW. Die Infrarotkabine wärmt vor allem über Strahlung bei etwa 35 bis 50 Grad Luft, hat meist 1,4 bis 2 kW und läuft oft an der normalen Steckdose (EnBW). Für die finnische Sauna gibt es mehr Langzeitstudien, die Infrarotkabine belastet den Kreislauf weniger. Welche besser ist, hängt von Vorliebe, Platz und Gesundheit ab.

Der Vergleich auf einen Blick

Finnische SaunaInfrarotkabine
Wie sie wärmtheiße Luftvor allem Strahlung
Lufttemperaturetwa 80–90 °Cetwa 35–50 °C, Kabinen in unserer Stichprobe bis 65 °C einstellbar
Luftfeuchte10–20 %, mit Aufguss kurz mehrin einer Studie 25–35 %
Aufheizen20–30 Minutenkürzer, je nach Modell
Leistungmeist 6–9 kWmeist 1,4–2 kW, Vollspektrum 2,5–3 kW
AnschlussStarkstrom für den Ofenoft normale 230-V-Steckdose
Platzeigene Kabine mit Ofenab etwa 90 × 90 cm
Studienlagegroße Langzeitstudien aus Finnlandwenige kleine Studien

Quellen: EnBW für Temperatur, Luftfeuchte der finnischen Sauna, Aufheizzeit und Leistung; Mero u. a. 2015 für die Luftfeuchte der Infrarotkabine; Maße und Höchsttemperatur aus der Datenblatt-Stichprobe im Artikel Infrarotkabine Größe.

Wie die beiden Saunen wärmen

Finnische Sauna: Ein Ofen erhitzt Steine und Luft. Die heiße Luft wärmt den Körper von außen, beim Aufguss steigt die Luftfeuchte kurzzeitig.

Infrarotkabine: Strahler geben Infrarotstrahlung ab, die in der Haut aufgenommen wird. IR-A dringt laut Bundesamt für Strahlenschutz bis etwa 5 mm in die Haut ein, IR-B und IR-C werden größtenteils in der Oberhaut aufgenommen; durch Wärmeleitung erwärmen sich auch tiefere Bereiche (BfS). Die Luft bleibt kühler. Welche Strahler es gibt, erklärt der Artikel Vollspektrum-Infrarotsauna.

Gesundheit: Was die Studien sagen

Die meisten belastbaren Studien zur Sauna stammen aus Finnland und betreffen die klassische finnische Sauna. Für Infrarotkabinen gibt es deutlich weniger und kleinere Studien. Einen Überblick gibt der Artikel Infrarotsauna und Gesundheit.

Herz und Kreislauf

  • Finnische Sauna: Große Beobachtungsstudien aus Ostfinnland (Laukkanen u. a. 2015) verbinden häufiges Saunieren mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Tod. Solche Studien zeigen Zusammenhänge, keine Beweise für Ursache und Wirkung.
  • Infrarotkabine: Die Kreislaufbelastung ist geringer. In einer Studie mit Sportlern lag der Puls nach 30 Minuten Infrarotsauna bei 71, nach der klassischen Sauna bei 92 Schlägen pro Minute (Mero u. a. 2015). Für Blutdruck und Herzschwäche gibt es nur begrenzte Hinweise aus kleinen Studien (Beever 2009).

Was bei Bluthochdruck für beide Saunaarten gilt, steht im Artikel Sauna und Infrarotkabine bei Bluthochdruck.

Wer herzkrank ist, sollte jede Sauna vorher ärztlich besprechen.

Schmerzen und Verspannungen

Beide Saunen entspannen die Muskulatur durch Wärme. Für Infrarot gibt es einzelne kleine Studien mit Hinweisen auf weniger Schmerzen, etwa bei Rheuma und bei Kniearthrose (siehe Infrarot bei Arthrose). Dass die Infrarotkabine der finnischen Sauna bei Schmerzen überlegen ist, ist nicht belegt.

Erkältungen

Eine kleine Studie aus Wien mit 25 Saunagängern und 25 Vergleichspersonen fand bei regelmäßiger klassischer Sauna über sechs Monate weniger Erkältungen; Dauer und Schwere unterschieden sich nicht (Ernst u. a. 1990). Die Autoren selbst halten weitere Studien für nötig. Für Infrarotkabinen gibt es keine Daten. Mehr dazu unter Infrarotsauna bei Erkältung.

Entgiftung und Haut

Weder die finnische noch die Infrarotsauna „entgiftet“ in nennenswertem Umfang; Schadstoffe scheiden vor allem Leber und Nieren aus. Belege für Anti-Aging-Effekte gibt es für keine der beiden. Das BfS nennt für Infrarot sogar mögliche Nachteile für die Haut: Mehrere Untersuchungen schreiben Infrarotstrahlung eine Beteiligung an beschleunigter Hautalterung zu (BfS).

Alltag: Aufheizen, Strom, Platz

Aufheizen und Spontanität

Eine finnische Sauna braucht laut EnBW meist 20 bis 30 Minuten, bis sie ihre Temperatur erreicht. Eine Infrarotkabine ist schneller angenehm, weil die Strahler direkt wärmen. Das macht sie spontaner nutzbar.

Stromverbrauch

EnBW rechnet für einen Saunatag in der finnischen Sauna mit 20 Minuten Aufheizen und 70 Minuten Nutzung. Ein 7,5-kW-Ofen verbraucht dabei 11,25 kWh. Bei 37,0 Cent pro kWh (BDEW 2026) sind das etwa 4,16 Euro. Eine 2-kW-Infrarotkabine verbraucht in 45 Minuten höchstens 1,5 kWh, also höchstens etwa 55 Cent. Die Rechnung steht im Artikel Infrarotsauna Stromkosten.

Anschluss und Platz

  • Finnische Sauna: Saunaöfen ab 4,5 kW brauchen laut EnBW einen Starkstromanschluss, und den darf nur eine Elektrofachkraft legen. Dazu braucht die Kabine Platz für Ofen und Bänke.
  • Infrarotkabine: In unserer Datenblatt-Stichprobe laufen Kabinen mit 1.000 bis 3.200 W an 230 V, oft an der normalen Steckdose. Eine Kabine für 1 Person braucht ab 90 × 90 cm, siehe Infrarotkabine für 1 Person.

Infrarot in der Sauna nachrüsten?

Wer schon eine finnische Sauna hat, muss sich nicht entscheiden: Hersteller bieten Infrarotstrahler zum Nachrüsten an, meist als Strahler mit eigener Steuerung, die in die Wand oder hinter die Rückenlehne kommen.

Was die Anleitungen dazu verlangen:

  • Elektrik nur vom Fachbetrieb: Eine Infrarot-Steuerung darf laut Anleitung nur ein autorisierter Elektrofachbetrieb anschließen, nach VDE 0100 Teil 703, mit eigener Absicherung von 16 A (Anleitung Infratec Classic).
  • Brandschutz: Eine andere Einbauanleitung warnt ausdrücklich vor Brandgefahr bei unsachgemäßer Montage und schreibt Brandschutzmatte und -band beim Wandeinbau vor (Delfin).
  • Passend zur Sauna: Strahler und Steuerung müssen zur Kabine und zur Wandstärke passen. Fragen Sie zuerst beim Hersteller Ihrer Sauna, ob er ein Set freigibt.

Danach haben Sie beides in einer Kabine: Infrarotwärme bei niedriger Temperatur und bei Bedarf die klassische Hitze mit Aufguss.

Was passt zu Ihnen?

Infrarotkabine, wenn Sie:

  • in einer Wohnung ohne Starkstrom wohnen oder wenig Platz haben
  • spontan und kurz saunieren möchten
  • große Hitze schlecht vertragen oder einen empfindlichen Kreislauf haben (nach ärztlicher Rücksprache)
  • auf niedrige Stromkosten achten

Finnische Sauna, wenn Sie:

  • die intensive Hitze und den Aufguss lieben
  • Platz und einen passenden Stromanschluss haben, etwa im Haus oder Garten
  • Wert auf die Saunaform legen, zu der es die meisten Langzeitstudien gibt

Fazit

Infrarotkabine und finnische Sauna sind zwei verschiedene Erlebnisse: sanfte Strahlungswärme bei 35 bis 50 Grad gegen trockene Hitze bei 80 bis 90 Grad. Die Infrarotkabine ist sparsamer, schneller warm und passt leichter in eine Wohnung. Für die finnische Sauna gibt es mehr Studien. Welche gesünder ist, lässt sich nicht sagen; die Wahl ist eine Frage von Vorliebe, Platz und Verträglichkeit.

Quellen

Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Infrarotsauna und finnischer Sauna?

Die finnische Sauna heizt die Luft auf etwa 80 bis 90 Grad bei trockener Luft, die Infrarotkabine wärmt vor allem über Strahlung bei Lufttemperaturen von etwa 35 bis 50 Grad. Entsprechend unterscheiden sich Hitzegefühl, Kreislaufbelastung und Stromverbrauch.

Welche Sauna ist gesünder?

Das lässt sich nicht sagen. Die großen Langzeitstudien zur Sauna stammen aus Finnland und betreffen die klassische Sauna; für Infrarotkabinen gibt es nur wenige kleine Studien. Die Infrarotkabine belastet den Kreislauf weniger: In einer Studie lag der Puls nach der Infrarotsauna bei 71, nach der klassischen Sauna bei 92 Schlägen pro Minute.

Ist eine Infrarotkabine günstiger im Betrieb?

Ja. Infrarotkabinen haben laut EnBW meist 1,4 bis 2 kW, finnische Saunaöfen 6 bis 9 kW, und die finnische Sauna braucht 20 bis 30 Minuten zum Aufheizen. EnBW rechnet für einen Saunatag mit 7,5-kW-Ofen mit 11,25 kWh, bei 37 Cent pro kWh etwa 4,16 Euro; eine 2-kW-Infrarotkabine liegt bei höchstens etwa 55 Cent pro Sitzung.

Kann man Infrarot in einer finnischen Sauna nachrüsten?

Ja, Hersteller bieten Infrarotstrahler zum Einbau in bestehende Saunen an, zum Beispiel im Rückenbereich hinter einer Schutzlehne, mit eigener Steuerung. Die Anleitungen verlangen, dass ein autorisierter Elektrofachbetrieb anschließt, teils mit eigenem 16-A-Stromkreis, und warnen bei falscher Montage vor Brandgefahr.

Kann man in der Infrarotkabine richtig schwitzen?

Ja, nach einigen Minuten schwitzen die meisten deutlich. Wie stark, hängt von Temperatur, Dauer und Person ab. Dass Schweiß den Körper „entgiftet“, ist weder für die Infrarot- noch für die finnische Sauna belegt.

Welche Sauna passt besser in eine Wohnung?

Meist die Infrarotkabine: Viele Modelle laufen an einer normalen 230-V-Steckdose und brauchen etwa 1 m² (1 Person) bis 1,6 m² (2 Personen). Ein finnischer Saunaofen mit 6 bis 9 kW braucht einen passenden Starkstromanschluss, den eine Elektrofachkraft legt.