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Gesundheit

Sauna und Infrarotkabine in der Schwangerschaft: Was gilt?

Infrarotsauna Ratgeber 6 Min. Lesezeit

Darf man schwanger in die Sauna oder Infrarotkabine? Was der Berufsverband der Frauenärzte rät, was Studien zur Körpertemperatur zeigen und warum die ersten drei Monate besonders zählen.

Schwangere Frau im Bademantel sitzt mit einem Glas Wasser auf einer Bank neben einer Infrarotkabine, eine Hand auf dem Bauch

Kurz gesagt: Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft müssen Frauen, die das Saunieren gewohnt sind, laut Berufsverband der Frauenärzte nicht verzichten. Wer keine Erfahrung hat, soll in den ersten drei Monaten nicht damit anfangen. Kurz bleiben, niedrige Temperaturen wählen, zwei Saunagänge pro Woche reichen, bei Unwohlsein sofort raus. Für die Infrarotkabine gibt es keine eigenen Studien, es gelten dieselben Regeln. Besprechen Sie es vorher mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Komplikationen, Blutungen, Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Kreislaufproblemen oder Mehrlingen gilt: erst ärztlich abklären.

Was der Berufsverband der Frauenärzte rät

Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hat sich zur Sauna in der Schwangerschaft geäußert (frauenaerzte-im-netz.de, Meldung vom 28.12.2010). Die wichtigsten Punkte:

  • Gewohnt und ohne Komplikationen: Frauen, die regelmäßiges Saunieren gewohnt sind und keine Komplikationen haben, können von Beginn der Schwangerschaft bis kurz vor der Geburt weiter in die Sauna gehen.
  • Nicht neu anfangen im ersten Trimester: Wer unsicher ist oder keine Erfahrung mit „Schwitzkuren“ hat, soll in den ersten drei Monaten nicht damit beginnen. In dieser Zeit reagiert das Ungeborene am empfindlichsten auf äußere Einflüsse.
  • Nicht übertreiben: eher kurze Aufenthalte und niedrige Temperaturen. Zwei Saunagänge pro Besuch und Woche reichen.
  • Auf das Gefühl hören: raus aus der Kabine, sobald Sie sich unwohl fühlen.
  • Vorher beraten lassen: am besten mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.

Die Meldung ist älter. Neuere Studien, die diesen Empfehlungen widersprechen, haben wir nicht gefunden; die Übersichtsarbeit unten stützt sie eher.

Warum Überwärmung ein Thema ist

Die Sorge in der Frühschwangerschaft ist eine zu hohe Körpertemperatur der Mutter. Eine Übersichtsarbeit aus 15 Studien fand bei Überwärmung in der Frühschwangerschaft ein etwa doppelt so hohes Risiko für Neuralrohrdefekte wie einen offenen Rücken (Moretti u. a. 2005). Untersucht wurde Überwärmung allgemein, etwa durch Fieber oder heiße Bäder. Ob eine kurze Sauna allein das Risiko erhöht, lässt sich daraus nicht ablesen. Als kritische Schwelle gilt eine Körperkerntemperatur von 39 °C.

Wie warm wird der Körper in der Sauna?

Eine Übersichtsarbeit hat 12 Studien mit 347 Schwangeren zusammengefasst, die Sport trieben oder passiver Wärme ausgesetzt waren (Ravanelli u. a. 2019):

  • Keine Frau erreichte 39 °C. Der höchste Einzelwert lag bei 38,9 °C, und zwar beim Sport, nicht in der Sauna.
  • Nach der Sauna lag die Körperkerntemperatur im Mittel bei 37,6 °C.
  • Fazit der Autoren: Eine trockene Sauna mit 70 °C für bis zu 20 Minuten oder ein heißes Bad mit 40 °C erreichen in jeder Phase der Schwangerschaft keine Körpertemperatur über der kritischen Schwelle.

Das betrifft die Temperatur. Kreislauf und Schwindel sind ein eigenes Thema: Wer in der Wärme schwindlig wird, kann stürzen. Deshalb gilt die Regel „raus bei Unwohlsein“ unabhängig von der Temperatur.

Und die Infrarotkabine?

Studien zur Infrarotkabine in der Schwangerschaft haben wir nicht gefunden. Was sich sagen lässt:

  • Die Luft in der Infrarotkabine ist mit meist 35 bis 50 °C deutlich kühler als in der finnischen Sauna mit 80 bis 90 °C (EnBW). In einer Studie mit Sportlern war die Kreislaufbelastung geringer (Mero u. a. 2015).
  • Auch in der Infrarotkabine steigt die Körpertemperatur, Sie schwitzen und der Kreislauf arbeitet. Wie stark, wurde bei Schwangeren nicht gemessen.
  • Die Herstelleranleitungen, die wir gelesen haben, nennen die Schwangerschaft als Grund, vorher ärztlich nachzufragen (siehe Infrarotkabine richtig nutzen).

Die Infrarotkabine ist also die mildere Wärme, aber keine geprüfte Ausnahme. Für sie gelten dieselben Regeln wie für die Sauna.

So gehen Sie vor

  1. Vorher ärztlich besprechen, besonders bei Komplikationen, Bluthochdruck in der Schwangerschaft oder Kreislaufproblemen
  2. Im ersten Trimester nicht neu anfangen, wenn Sie bisher nicht sauniert haben
  3. Niedrige Temperatur, kurze Sitzung: in der Infrarotkabine am unteren Ende der Einstellung, in der Sauna die unteren Bänke
  4. Höchstens zwei Saunagänge pro Woche, wie der BVF rät
  5. Trinken vor und nach der Sitzung
  6. Sofort raus bei Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen oder wenn Sie sich unwohl fühlen
  7. Langsam aufstehen und nicht allein in eine abgeschlossene Kabine, wenn Ihnen schnell schwindlig wird

Wer Bluthochdruck hat, findet weitere Hinweise im Artikel Sauna und Infrarotkabine bei Bluthochdruck. Das gilt nicht für Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Der gehört immer in ärztliche Betreuung.

Fazit

Wer gesund schwanger ist und das Saunieren gewohnt ist, muss laut Berufsverband der Frauenärzte nicht darauf verzichten. In den ersten drei Monaten sollten Sie nicht neu damit beginnen. Gemessen an der Körpertemperatur ist eine kurze, milde Sauna nach heutiger Studienlage unbedenklich, Schwindel und Kreislauf bleiben der Grund für Vorsicht. Die Infrarotkabine ist milder, aber nicht eigens untersucht. Was sie sonst kann, steht im Artikel zur Wirkung der Infrarotkabine.

Quellen

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen

Darf ich schwanger in die Sauna?

Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft meist ja, wenn Sie das Saunieren schon gewohnt sind. Der Berufsverband der Frauenärzte schreibt, dass solche Frauen von Beginn der Schwangerschaft bis kurz vor der Geburt weiter in die Sauna gehen können. Wer unsicher ist oder keine Erfahrung hat, soll in den ersten drei Monaten nicht damit anfangen. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Darf ich in der Schwangerschaft in die Infrarotkabine?

Studien speziell zur Infrarotkabine in der Schwangerschaft haben wir nicht gefunden. Die Hersteller in unserer Stichprobe raten, in der Schwangerschaft vorher ärztlich nachzufragen. Die Kabine ist milder als die finnische Sauna, die Körpertemperatur steigt aber auch dort. Es gelten dieselben Regeln: ärztlich abklären, kurz, niedrig, bei Unwohlsein sofort raus.

Warum ist das erste Trimester besonders wichtig?

In dieser Zeit reagiert das Ungeborene laut Berufsverband der Frauenärzte am empfindlichsten auf äußere Einflüsse. Eine Übersichtsarbeit aus 15 Studien fand bei Überwärmung der Mutter in der Frühschwangerschaft, ein etwa doppelt so hohes Risiko für Neuralrohrdefekte wie einen offenen Rücken, untersucht wurde Überwärmung allgemein, etwa durch Fieber. Deshalb: in den ersten drei Monaten nicht neu mit der Sauna anfangen.

Wie warm wird der Körper in der Sauna?

Eine Übersichtsarbeit hat Messungen bei Schwangeren zusammengefasst: Nach der Sauna lag die Körperkerntemperatur im Mittel bei 37,6 °C. Keine Frau erreichte die als kritisch geltenden 39 °C. Die Autoren halten eine trockene Sauna mit 70 °C für bis zu 20 Minuten für unbedenklich, was die Temperatur angeht.

Wie oft und wie lange darf ich schwanger in die Sauna?

Der Berufsverband der Frauenärzte rät zu kurzen Aufenthalten bei niedrigen Temperaturen und hält zwei Saunagänge pro Besuch und Woche für ausreichend. Gehen Sie raus, sobald Sie sich unwohl fühlen.